Bunkern in Rotterdam
EUROPAS ZENTRALER BUNKERUMSCHLAGPLATZ | GEMEINSAM DIE ZUKUNFT GESTALTEN
Der Rotterdamer Hafen ist der größte Bunkerhafen in Europa und gehört zu den drei größten Bunkerhäfen der Welt. Jährlich werden 10 Millionen Tonnen Kraftstoff getankt. Dabei geht es nicht nur um herkömmliche Kraftstoffe – das Angebot an alternativen und erneuerbaren Kraftstoffen wächst.
Rotterdam bietet eine große Auswahl an Kraftstoffen und ist führend bei der Bereitstellung neuer, nachhaltigerer Kraftstoffe. Der Rotterdamer Hafen war der erste Hafen in Europa, in dem LNG (Flüssigerdgas) gebunkert werden konnte, und der erste Hafen weltweit, in dem die „Barge-to-Ship“-Bunkerung von Methanol durchgeführt wurde. Mehr und mehr alternative Kraftstoffe können hier sicher gebunkert werden.
Wichtig
- Ab dem 1. Januar 2026 ist die Verwendung eines Mass-Flow-Meter-(MFM-)Sytems an Bord von Bunkerschiffen für die Lieferung von Rückstandsölen und Biokraftstoffen in den Häfen Rotterdam und Antwerpen-Brügge obligatorisch. Dieses System misst genau, wie viel Kraftstoff vom Bunkerschiff zum Seeschiff gelangt. Damit wird beabsichtigt, den Bunkermarkt in beiden Häfen transparenter, effizienter und zuverlässiger zu gestalten. Eine detaillierte Erläuterung des Massendurchflussmesser-Verfahrens finden Sie im MFM-Handbuch und häufig gestellte Fragen (Auf Englisch).
- Eine Bunkergenehmigung für Rückstandsöle, Destillate sowie Biodiesel ist für (die Eigentümer der) Bunkerschiffe, die Seeschiffe beliefern, obligatorisch. Damit soll eine sichere, korrekte und umweltverträgliche Bunkerung dieser Kraftstoffe gewährleistet werden.
- Die Bunkeraktivitäten müssen online über Portbase angekündigt und vorangemeldet werden.
- Interessieren Sie sich für die Zahlen rund um das Bunkern im Rotterdamer Hafen?
Der Hafen der Zukunft
Der Rotterdamer Hafen strebt für die Zukunft das Bunkern von verschiedenen Kraftstoffen an, um die Schifffahrt nachhaltiger zu machen und die Emissionen bis 2050 auf null zu senken. Als einer der größten Bunkerhäfen der Welt spielt der Rotterdamer Hafen eine wesentliche Rolle, da er die gesamte Kette verbindet und mit nachhaltigen Kraftstoffen wie Bio-Blends, Wasserstoff, Methanol und Ammoniak innovative Lösungen anbietet. Mit Initiativen wie Landstrom, Just-in-Time-Schifffahrt und dem Tool Port Readiness Levels for Marine Fuels bereitet sich der Hafen auf eine Zukunft vor, in der verschiedene Kraftstoffe sicher und effizient eingesetzt werden können. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und die Förderung der grünen Korridore machen Rotterdam zu einem führenden und zukunftsfähigen Hafen, der zur Nachhaltigkeit der maritimen Industrie beiträgt.
Verfügbare Alternativen in Rotterdam
Biokraftstoffe
Der Rotterdamer Hafen ist der größte Bunkerhafen für Biokraftstoffe. Mit seinen umfangreichen Produktions-, Lager- und Handelsaktivitäten ist er ein wichtiger Biokraftstofflieferant für den europäischen Markt. Die Biokraftstoffe finden unter anderem im Güterkraftverkehr sowie in der Schiff- und Luftfahrt Anwendung.
LNG
Rotterdam ist der größte europäische Hafen für den Im- und Export sowie die Bunkerung von LNG.
Ammoniak
Ammoniak wird bereits in großem Maßstab in der Industrie verwendet und eignet sich auch als nachhaltiger, CO2-freier Treibstoff für die Schifffahrt. Darum werden momentan Vorbereitungen für ein erstes Pilotprojekt zur Ammoniakbunkerung im Jahr 2024 getroffen. Die Sicherheitsaspekte sind dabei maßgebend. Um diese Zeit werden auch die ersten für diesen Treibstoff geeigneten Schiffsmotoren erwartet.
Methanol
Der Rotterdamer Hafen ist der größte Methanol-Umschlaghafen Nordwesteuropas. Hier wurden schon mehrfach erfolgreiche Ship-to-Ship-Bunkerungen durchgeführt. In Rotterdam sind die größten Händler und Produzenten von Methanol aktiv, unter anderem Methanex, OCI und Proman. Methanol kann an verschiedenen Tankterminals gelagert werden: EVOS, Vopak, ETT und Chane. Der Umschlag von grünem Methanol beläuft sich momentan auf ca. 100 Kilotonnen pro Jahr, und für die kommenden Jahre wird ein weiterer Anstieg erwartet. Im Hafen werden Vorbereitungen für die Niederlassung der Firma GIDARA getroffen, die ab 2026 pro Jahr 90 Kilotonnen grünes Methanol aus Abfall erzeugen will.
Wasserstoff
Wasserstoff wird im Hafen bereits in kleinem Maßstab gebunkert. Ein Beispiel hierfür ist das Wassertaxi, das mit Wasserstoff betrieben wird und somit statt CO2 nur noch Wasser ausstößt. Es wird bereits an der Realisierung einer kleinen Wasserstoffbunkerstation gearbeitet. Die Binnenschifffahrt bereitet sich ebenfalls auf den Betrieb mit Wasserstoff vor; hier werden unter anderem Vorbereitungen für das Bunkern mithilfe von Wasserstoff-Wechselcontainern getroffen.
Elektroschiffe
Auch in der Binnenschifffahrt schreitet die Elektrifizierung voran. Unter anderem von der mit Unterstützung die Port of Rotterdam Authority gegründeten Firma Zero Emission Services werden in Wechselcontainern installierte Akkus an Land aufgeladen und anschließend an Bord gebracht. Dieses Energy-as-a-Service-Konzept bietet operative Vorteile, da hierdurch der Stillstand der Schiffe zum Aufladen wegfällt.
Bunkervorgang
Die Rotterdamer Unternehmer sorgen für eine schnelle und sichere Bunkerung. Beim Bunkern an den Terminals oder an den Bojen und Dalben können Seeschiffe weiterhin laden und löschen.
Viele der Bunkerschiffe sind Doppelhüllenschiffe. Die größten Schiffe können mehr als 13.000 Tonnen Kraftstoff auf einmal transportieren.
Die Abteilung Hafenmeister der Port of Rotterdam Authority sorgt durch Kontrollen der Bunkergenehmigungen für einen korrekten und sicheren Ablauf des Bunkerns. Eine Bunker-Checkliste hilft Zulieferern, die richtigen Arbeitsabläufe einzuhalten. Wir arbeiten auch an schnellen Durchlaufzeiten für den Bunkerbetrieb. Die Inspektionsbehörde für Umwelt und Verkehr (Inspectie Leefomgeving en Transport – ILT) führt im Auftrag der niederländischen Regierung regelmäßig Inspektionen durch.